Der Allgemeine Deutsche Comic-Preiskatalog – ein wichtiges Werkzeug für MAD-Sammler
LEXIKON
9/11/20262 min read


Wer deutsche MAD-Hefte sammelt und sich irgendwann die Frage stellt „Was ist meine Sammlung eigentlich wert?“, wird früher oder später auf den Allgemeinen Deutschen Comic-Preiskatalog stoßen.
Der Katalog erscheint bereits seit 1976 und verzeichnet nahezu alle in deutscher Sprache veröffentlichten Comics samt aktuellen Sammlerpreisen. Ursprünglich hieß er schlicht „Comic Heft Katalog“. Die ersten drei Ausgaben wurden von Peter Orban herausgegeben und basierten auf den Daten des Comic-Bibliografen Peter Skodzik. Seit 1979 entwickelte Skodzik den Katalog selbst weiter; später waren unter anderem Norbert Hethke, Günther Polland und seit 2016 Stephan Riedl für die Herausgabe verantwortlich.
Wie entstehen die Preise?
Besonders interessant für Sammler: Die Preisangaben werden nicht einfach nach Gefühl festgelegt. Laut Darstellung zum Katalog beraten sich jährlich im Mai elf Händler und Sammler über die aktuellen Bewertungen. Dabei spielt der Erhaltungszustand eine entscheidende Rolle. Knicke, Einrisse, Beschriftungen oder andere Beschädigungen können den Wert eines alten Comics erheblich reduzieren.
Das zeigt auch ein extremes Beispiel: Als derzeit wertvollstes im Katalog geführtes deutsches Comicheft gilt nach Stand 2026 Micky Maus Nr. 1 von 1951 mit einem Katalogwert von 50.000 Euro in entsprechend hervorragender Erhaltung.
Und was bedeutet das für MAD-Sammler?
Auch für Sammler des deutschen MAD ist der Comic-Preiskatalog eine interessante Orientierungshilfe. Gerade bei frühen Ausgaben lässt sich damit schnell einschätzen, welche Hefte häufiger vorkommen und welche in gutem Zustand höher bewertet werden.
Man sollte die angegebenen Werte allerdings nicht mit garantierten Verkaufspreisen verwechseln. Ein Katalogpreis ist zunächst eine Orientierung. Der tatsächlich erzielbare Preis hängt unter anderem von Zustand, Nachfrage, Vollständigkeit und dem jeweiligen Verkaufsweg ab.
Für eine realistische Bewertung einer MAD-Sammlung würde ich deshalb immer mehrere Quellen miteinander vergleichen:
Comic-Preiskatalog + tatsächlich verkaufte Exemplare bei eBay und anderen Plattformen + spezialisierte Händler und Auktionen.
Gerade bei seltenen MAD-Ausgaben, Sonderheften oder außergewöhnlich gut erhaltenen Exemplaren können die real erzielten Preise durchaus vom Katalogwert abweichen.
Fast 50 Jahre deutsche Comicgeschichte
Aus einer kleinen Sammlerhilfe ist über die Jahrzehnte ein umfangreiches Nachschlagewerk geworden. Mittlerweile berücksichtigt der Katalog neben klassischen Comic-Heften unter anderem auch Sammelbände sowie seit 2019 kostenlose Comics und Werbecomics.
Für uns MAD-Sammler ist er damit nicht nur ein Preisführer, sondern auch ein Stück deutscher Comic- und Sammlungsgeschichte.
Mein Fazit: Wer ernsthaft deutsches MAD sammelt, sollte den Allgemeinen Deutschen Comic-Preiskatalog zumindest kennen. Als alleinige Preisquelle reicht er nicht aus – als Ausgangspunkt für die Bewertung einer Sammlung ist er jedoch sehr nützlich.
