Daniel Gramsch – fast 20 Jahre deutsches MAD
LEXIKON
Alfred E. Neumann
8/18/20262 min read


Daniel Gramsch gehört zu den Künstlern und Autoren, die das deutsche MAD über viele Jahre hinweg mitgeprägt haben. Der 1975 geborene Berliner arbeitete fast zwei Jahrzehnte für die deutsche Ausgabe des MAD Magazins und war dort vor allem als Autor, Zeichner und Kolorist tätig.
Seit 2001 bei MAD
Gramschs regelmäßige Mitarbeit an MAD begann 2001. In den folgenden Jahren arbeitete er häufig gemeinsam mit dem Zeichner Guido Neukamm. Gramsch übernahm dabei unter anderem Texte und Kolorierungen. In einzelnen Ausgaben werden Neukamm und Gramsch ausdrücklich gemeinsam als Autoren geführt; Gramsch erscheint zudem als Colorist.
Das Duo nahm für MAD aktuelle Politik, Fernsehen, Popkultur und gesellschaftliche Themen aufs Korn. Noch in der letzten Phase des deutschen Magazins waren beide gemeinsam vertreten: In der Abschiedsausgabe von 2018 gehörte der Jahresrückblick „Die 20 dümmsten Personen und Ereignisse 2018“ zu ihren Arbeiten.
Auch innerhalb der damaligen MAD-Redaktion wurden die Arbeiten von Guido Neukamm und Daniel Gramsch ausdrücklich als Beispiele für die satirische Seite des deutschen Magazins genannt.
Nicht nur MAD
Gramschs Comic-Karriere reicht jedoch weit über Alfred E. Neumann hinaus.
Bereits 1997 entwickelte er seine eigene Comic-Heldin Alina Fox, eine Meisterdiebin, deren Abenteuer später als Einzelhefte, Sammelbände und sogar Hörspiele erschienen.
Daneben arbeitete er für die bekannte Bastei-Reihe „Gespenstergeschichten“, für die er zahlreiche Monstergalerien und Titelbilder zeichnete. Weitere Veröffentlichungen erschienen unter anderem in Hit Comics und verschiedenen unabhängigen Comicprojekten.
Mitbegründer des Comicwerks
2001 gehörte Gramsch zu den Mitbegründern des Comicwerks – einer Plattform, die deutschen Comiczeichnern und Autoren eine Möglichkeit bieten sollte, ihre Arbeiten einem größeren Publikum und Verlagen zu präsentieren.
Gramsch war dort viele Jahre auch als Chefredakteur tätig. Die Plattform entwickelte sich zu einem Treffpunkt für etablierte Künstler und Nachwuchszeichner der deutschen Comicszene.
Neben seiner Arbeit als Comiczeichner, Autor und Colorist studierte Gramsch Filmwissenschaft, Publizistik und Englisch. Außerdem ist er unter anderem im Bereich Theater beziehungsweise als Mitglied einer Rocky Horror Picture Show-Shadow-Cast aktiv und beteiligt sich am Film-Podcast „Bahnhofskino“.
Ein wichtiger Name des deutschen MAD
Daniel Gramsch gehört nicht zur amerikanischen Gründergeneration von MAD. Für die Geschichte des deutschen MAD der Dino- und Panini-Jahre ist sein Name jedoch umso wichtiger.
Fast 20 Jahre Mitarbeit bedeuten, dass seine Arbeiten einen erheblichen Teil jener Epoche begleiten, in der eine neue Generation deutscher Zeichner und Autoren eigene Inhalte für MAD entwickelte.
Gerade für Sammler des deutschen MAD lohnt es sich deshalb, beim Durchblättern der Ausgaben einmal genauer auf die Credits zu achten:
Daniel Gramsch begegnet einem dort erstaunlich häufig.
