Boris Johnson im MAD-Look – als Alfred E. Neumann auf dem SPIEGEL

LEXIKON

Alfred E. Neumann

8/7/20262 min read

Im Jahr 2019 tauchte ein überraschend vertrautes Gesicht gleich zweimal auf dem Titel des deutschen Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL auf: der britische Politiker Boris Johnson – allerdings unverkennbar im Stil von Alfred E. Neumann.

Das erste Cover erschien im Juli 2019 unter der Überschrift „MAD in England“. Johnson wurde mit abstehenden Ohren, Zahnlücke und dem charakteristischen schelmischen Gesichtsausdruck des MAD-Maskottchens dargestellt. Internationale Medien beschrieben das Motiv ausdrücklich als eine Verwandlung Johnsons in eine Figur im Stil von Alfred E. Neumann.

Der Zeitpunkt war keineswegs zufällig: Am 24. Juli 2019 wurde Boris Johnson britischer Premierminister. Das SPIEGEL-Cover kommentierte seinen Aufstieg und insbesondere seine Rolle im Streit um den Brexit. Johnson blieb bis zum 6. September 2022 Regierungschef des Vereinigten Königreichs.

Und wenige Wochen später noch einmal

Bereits im September 2019 griff DER SPIEGEL die Idee erneut auf. Auf dem Titel von Nr. 37/2019 erschien Johnson diesmal als „King Boris“ – mit Krone, Zepter und königlichem Mantel, aber wieder mit deutlich erkennbaren Alfred-E.-Neuman-Zügen.

Auch dieses Cover wird in der MAD-Sammlerszene ausdrücklich als erneute Verwendung einer Alfred-E.-Neumann-ähnlichen Karikatur von Boris Johnson geführt.

Damit gehören die beiden SPIEGEL-Ausgaben für MAD-Sammler zu den interessanten Beispielen dafür, wie weit die Bildsprache von MAD über das eigentliche Magazin hinausgewirkt hat.

Ein schönes MAD-Cameo für Sammler

Gerade solche Veröffentlichungen sind für eine MAD-Sammlung spannend. Es handelt sich zwar nicht um reguläre MAD-Ausgaben, aber Alfred E. Neumann beziehungsweise sein unverwechselbarer Look wird als kulturelle Referenz eingesetzt.

Die beiden Ausgaben sind:

DER SPIEGEL Nr. 30/2019
Titel: „MAD in England“
Motiv: Boris Johnson als Alfred-E.-Neumann-Parodie

DER SPIEGEL Nr. 37/2019
Titel: „King Boris“
Motiv: Boris Johnson erneut im Alfred-E.-Neumann-Look, diesmal als König

Bemerkenswert ist außerdem, dass das erste Cover offenbar auch kommerziell gut funktionierte: Laut MEEDIA verkaufte sich die Ausgabe „MAD in England“ im Einzelhandel mit rund 187.500 Exemplaren und damit über dem damaligen Durchschnitt des SPIEGEL.

Für MAD-Fans sind beide Hefte deshalb schöne MAD-Cameos außerhalb des eigentlichen MAD Magazins – und meiner Meinung nach ein perfektes kleines Nebensammelgebiet für eine umfangreichere MAD-Sammlung.