Bob Staake – knallbunte Satire zwischen MAD und Kinderbuch
LEXIKON
Alfred E. Neumann
8/17/20262 min read


Bob Staake ist einer jener Künstler, die sich nur schwer in eine einzige Schublade stecken lassen. Er ist Illustrator, Cartoonist, Designer und Kinderbuchautor – und arbeitete für so unterschiedliche Auftraggeber wie The New Yorker, TIME, The Washington Post, Cartoon Network, Disney und natürlich MAD. Auf seiner eigenen Website beschreibt er seinen Stil als eine Mischung aus Retro-Ästhetik, 1950er-Jahre-Modernismus und klassischem Cartoon-Humor.
Seit den 1990er-Jahren bei MAD
Staakes erster verzeichneter MAD-Beitrag erschien in MAD Nr. 344 vom April 1996. Unter dem Titel „The Malling of America“ illustrierte er einen Text von Dick DeBartolo. Danach folgten zahlreiche weitere Beiträge – von absurden Flowcharts über Hollywood-Parodien bis hin zu Fundalini-Gags.
In den folgenden Jahren zeichnete Staake unter anderem für Beiträge wie:
„MAD’s Futile Flowcharts“
„MAD’s 1998 Movie Preview“
„MAD Deconstructs TV Talk Shows – The Tonight Show with Jay Leno“
„The 50 Worst Things About Facebook“
zahlreiche Fundalini Pages
sowie Beiträge für MAD Kids.
Damit gehörte er über viele Jahre fest zum visuellen Erscheinungsbild des späteren MAD.
Auch „Spy vs. Spy“ bekam Staakes Handschrift
2011 gestaltete Staake außerdem ein Tribute-Mini-Poster zu „Spy vs. Spy“ und arbeitete am großen 50-Jahre-Poster von „Spy vs. Spy“ in MAD Nr. 511 mit.
Gerade diese Arbeiten zeigen, wie gut sein klarer, grafischer Stil zur Welt von MAD passte: starke Formen, kräftige Farben und sofort verständliche Pointen.
Ein außergewöhnlich vielseitiger Illustrator
Auch außerhalb von MAD ist Staake enorm erfolgreich. Er hat mehr als 75 Bücher geschrieben oder illustriert, darunter The Donut Chef, Bluebird und The Red Lemon. Letzteres wurde von der New York Times zu den zehn bestillustrierten Kinderbüchern des Jahres 2006 gezählt.
Besonders bekannt wurde auch sein New-Yorker-Cover „Reflection“ aus dem Jahr 2008 zur Wahl Barack Obamas. Das Motiv wurde von TIME zum besten Magazincover des Jahres gewählt und gehört laut Staakes Biografie zu den populärsten New-Yorker-Covern überhaupt.
Vom Stift zum Computer
Staake arbeitete früher klassisch mit Feder, Tusche, Aquarell, Gouache und Farbstiften. Später verlagerte er einen großen Teil seiner Arbeit auf den Computer, ohne dabei seinen unverwechselbaren Stil zu verlieren.
Seine Bilder wirken oft wie eine Mischung aus alter Werbegrafik, Cartoon, Kinderbuch und moderner Satire – eine Kombination, die perfekt zu MAD passt.
Ein moderner Vertreter der „Usual Gang of Idiots“
Bob Staake gehört nicht zu den legendären MAD-Gründungsjahren, aber er war über viele Jahre ein wichtiger Teil der späteren „Usual Gang of Idiots“.
Sein Beitrag zeigt, wie MAD seinen klassischen Humor immer wieder mit neuen visuellen Stilen verbinden konnte.
Und genau das macht ihn für Sammler interessant:
Bob Staake brachte Farbe, Retro-Design und moderne Cartoonästhetik in die Welt von Alfred E. Neumann.
