Ben Brown – australischer Illustrationswahnsinn für MAD

LEXIKON

Alfred E. Neumann

8/15/20262 min read

Ben Brown gehört zu den australischen Künstlern, die den MAD-Stil mit einer ganz eigenen Mischung aus Comic, Rock’n’Roll, Surfkultur und schwarzem Humor verbunden haben.

Der in Sydney arbeitende Illustrator ist seit mehreren Jahrzehnten professionell tätig. Seine Arbeiten erschienen nicht nur in MAD, sondern auch in Publikationen wie Rolling Stone sowie in zahlreichen Surf- und Skate-Magazinen. Daneben gestaltete er Plakate und Grafiken für Musiker und Bands wie Nirvana, Silverchair und Fatboy Slim sowie für große australische Musikfestivals.

Von Surfmagazinen zu MAD

Die Verbindung zu MAD begann bei Brown schon lange vor seiner eigenen Mitarbeit. Er erzählte später, dass er als Kind die Surfmagazine seines älteren Bruders durchblätterte und dabei von Comics, Plattencovern und ausdrücklich auch vom MAD Magazine beeinflusst wurde.

Sein Zeichenstil passt hervorragend in diese Welt: kräftige Konturen, überzeichnete Figuren, schräge Charaktere und eine deutliche Vorliebe für Pop- und Gegenkultur.

Brown arbeitet dabei traditionell und digital zugleich. Seine Motive entstehen zunächst häufig mit Tusche, Pinsel und Feder auf Papier. Anschließend scannt er die Zeichnungen ein und bearbeitet beziehungsweise koloriert sie am Computer.

Ben Brown und das australische MAD

Besonders eng ist Brown mit der australischen Ausgabe von MAD verbunden.

So gestaltete er beispielsweise das Cover der australischen MAD Collector’s Edition Nr. 1 von 2003, einer Sonderausgabe rund um Spy vs. Spy.

Für MAD Australia Nr. 410 von 2004 zeichnete er außerdem die vierseitige Spider-Man-Satire „The Top 10 Least Valuable Spider-Man Comics in Your Collection“.

Damit gehört Brown zu den Künstlern, die zeigen, dass MAD weit mehr als nur ein amerikanisches Phänomen war. Die internationalen Ausgaben entwickelten teilweise eigene Autoren, Zeichner und Inhalte – und Australien besaß dabei eine besonders lebendige MAD-Tradition.

Rock, Zombies und schlechte Manieren

Auch außerhalb von MAD bleibt Browns Humor unverkennbar.

Bekannt wurde er unter anderem durch seine morbiden „Die Young“-Porträts, in denen berühmte verstorbene Musiker und Popkultur-Ikonen als halb verweste beziehungsweise skelettierte Versionen ihrer selbst erscheinen. Zu den dargestellten Persönlichkeiten gehörten unter anderem Jimi Hendrix, Kurt Cobain, Amy Winehouse und David Bowie.

Diese Mischung aus hervorragender Zeichentechnik und bewusst schlechtem Geschmack besitzt etwas ausgesprochen MAD-typisches.

Ben Brown gehört deshalb vielleicht nicht zu den großen Namen der klassischen amerikanischen „Usual Gang of Idiots“. Für die Geschichte des australischen MAD ist er jedoch ein spannender Künstler – und ein schönes Beispiel dafür, wie der Geist des Magazins auf der anderen Seite der Welt weiterlebte.