Alison Grambs – eine MAD-Autorin mit Sinn für Alltagswahnsinn
LEXIKON
Alfred E. Neumann
8/13/20262 min read


Alison Grambs gehört zu jener jüngeren Generation von MAD-Autoren, die das Magazin in den 2010er-Jahren mit neuen Ideen versorgten. Anders als viele der klassischen MAD-Namen war sie vor allem Autorin, nicht Zeichnerin – die Illustrationen zu ihren Texten stammten meist von anderen Künstlern.
Grambs studierte Englische Literatur am Haverford College und arbeitete später unter anderem als Comedy-Autorin und Event-Produzentin beim berühmten Friars Club in New York. Außerdem schrieb sie mehrere Humorbücher und Kinder-Witzbücher. Ihre Texte erschienen neben MAD auch in Medien wie The New York Times, The Huffington Post und Daily News.
Satire für das moderne MAD
Einer ihrer frühen nachweisbaren MAD-Beiträge erschien in MAD Nr. 522 vom September 2013. Unter dem Titel „proaaaaacktiv“ parodierte sie die Werbung für das bekannte Hautpflegeprodukt Proactiv. Die Zeichnungen stammten von Scott Bricher.
Danach folgten weitere typische MAD-Themen. In MAD Nr. 535 schrieb sie etwa „How to Annoy the Staff at Dollar Tree“, eine Sammlung von Ideen, wie man Angestellte eines Billigladens möglichst effektiv in den Wahnsinn treiben könnte.
Auch gesellschaftliche Themen griff Grambs auf. Für MAD Nr. 537 schrieb sie eine Satire über die amerikanische Anti-Impf-Bewegung. Die Pointe wurde als vermeintliche Werbung für einen Impfstoff gegen „Parental Anti-Vaccine Hysteria“ präsentiert.
Bis zur letzten New Yorker MAD-Ausgabe
Grambs blieb MAD bis in die Schlussphase der traditionellen New Yorker Redaktion verbunden.
In MAD Nr. 545 von 2017 erschien beispielsweise ihre Werbeparodie „Glass Ceiling Plus“ auf der Rückseite des Magazins.
Eine besondere Ausgabe war schließlich MAD Nr. 550 vom April 2018. Sie war die letzte in New York produzierte reguläre MAD-Ausgabe, bevor die Redaktion nach Kalifornien umzog. Grambs war gleich mit zwei Beiträgen vertreten: „Workers We'd Like to Go a Day Without“, illustriert von Kevin Pope, sowie „Brutally Honest Park Bench Plaques“ mit Zeichnungen von Alejandro Rivas.
Eine Vertreterin der späteren „Usual Gang of Idiots“
Alison Grambs ist sicherlich kein Name, der so unmittelbar mit MAD verbunden wird wie Al Jaffee, Don Martin oder Mort Drucker. Doch gerade Autoren wie sie zeigen, dass MAD auch in seinen späteren Jahren immer wieder neue Stimmen in die „Usual Gang of Idiots“ aufnahm.
Ihre Stärke lag vor allem in kurzen, pointierten Textideen über Werbung, Arbeitswelt, Konsum und gesellschaftliche Absurditäten.
Und damit erfüllte sie eine der wichtigsten MAD-Regeln ziemlich genau:
Wenn etwas im wirklichen Leben schon lächerlich genug ist, muss man eigentlich nur noch genau hinschauen.
