Adam Rust – MAD-Humor trifft Kunstgeschichte
LEXIKON
Alfred E. Neumann
8/11/20262 min read


Adam Rust gehört zu den weniger bekannten, aber durchaus interessanten Mitwirkenden der späteren amerikanischen MAD-Ära. Während Namen wie Al Jaffee, Dave Berg oder Sergio Aragonés ganze Jahrzehnte des Magazins prägten, tauchte Rust vor allem in den Jahren 2006 bis 2009 regelmäßig in den Inhaltsverzeichnissen von MAD auf.
Rust wurde 1976 in den USA geboren und studierte an der Art School of Chicago. Seit den späten 1990er-Jahren veröffentlichte er Cartoons und Comics in verschiedenen amerikanischen Magazinen, darunter The Funny Times, Hustler Humor und weitere alternative Publikationen.
Vom alternativen Cartoon zur „Usual Gang of Idiots“
Seine MAD-Arbeiten passen gut zu Rusts besonderem Interesse an Kunst, Popkultur und gesellschaftlicher Satire.
Einer seiner frühesten nachweisbaren Beiträge erschien in MAD Nr. 468 vom August 2006. Unter dem Titel „Create Your Very Own Abstract Expressionist, Jackson Pollock Masterpiece“ machte er sich über abstrakte Kunst und den berühmten amerikanischen Maler Jackson Pollock lustig.
Daraus entwickelte sich eine kleine Reihe unter dem Titel:
„Paint Like the Masters“
Darin nahm Rust weltberühmte Künstler auf typische MAD-Art auseinander. Zu den behandelten Namen gehörten unter anderem:
Norman Rockwell, Andy Warhol, Pablo Picasso, Vincent van Gogh und Leonardo da Vinci.
Die Folge über Leonardo da Vinci erschien beispielsweise in MAD Nr. 487 vom März 2008 und wurde ausdrücklich als fünfter Teil der Serie bezeichnet.
Damit bekam selbst die große Kunstgeschichte ihre ganz persönliche MAD-Behandlung.
Disney trifft Realität
Einer der auffälligsten Beiträge Rusts erschien in MAD Nr. 472 vom Dezember 2006:
„What Would Happen to Disney Characters in the Real World?“
Rust schrieb den Beitrag, die Illustrationen stammten von Drew Friedman. Die Idee war typisch MAD: Was würde eigentlich passieren, wenn die märchenhaften Figuren aus der perfekten Disney-Welt plötzlich mit der wirklichen Welt konfrontiert würden?
Gerade diese Verbindung aus Popkultur, bekannten Figuren und einem möglichst unangenehmen Realitätscheck passte hervorragend zum damaligen MAD.
Bis zur Jubiläumsausgabe Nr. 500
Rust blieb dem Magazin auch in den folgenden Jahren verbunden und arbeitete unter anderem an den Fundalini Pages, einer Sammlung kurzer Gags, Cartoons und aktueller Satiren innerhalb des Magazins. Noch in MAD Nr. 497 Anfang 2009 wurde er als einer der beteiligten Autoren beziehungsweise Künstler geführt.
Besonders passend endete seine dokumentierte MAD-Phase mit einem Beitrag zur großen amerikanischen MAD Nr. 500 vom Juni 2009.
Der Titel:
„Great Art Masterpieces and What They Would Be Saying Today“
Rust versah darin berühmte Kunstwerke mit modernen Aussagen und Pointen. Selbst Michelangelo, Picasso, Norman Rockwell, Goya, Edward Hopper, Gustav Klimt und Edvard Munch wurden so Teil des MAD-Universums.
Ein etwas anderer MAD-Künstler
Adam Rust gehört nicht zu den großen Namen der klassischen MAD-Jahre. Gerade deshalb ist er für Sammler interessant.
Er steht für jene Generation von Autoren und Cartoonisten, die MAD in den 2000er-Jahren weiterführten und versuchten, den traditionellen Humor des Magazins mit moderner Popkultur, Internetzeitalter und zeitgenössischer Satire zu verbinden.
Seine besondere Nische war dabei offensichtlich:
Kunstgeschichte durch die MAD-Brille betrachtet.
Und wahrscheinlich hätte Alfred E. Neumann beim Anblick eines Picasso oder Pollock ohnehin nur gefragt:
„What, Me Art?“
